15.07.2020 - General Anzeiger Bonn

 

Probe vor der Scheune

Die Chorgemeinschaft St. Antonius Holtorf darf wieder gemeinsam singen. Mitglieder planen ein Konzert

 

 

OBERHOLTORF. Mit Beethovens „Ode an die Freude“ eröffnete die Chorgemeinschaft St. Antonius Holtorf ihre Chorprobe unter freiem Himmel auf dem Gelände von Landwirt Horst Wolfgarten. Es war das erste Mal seit der coronabedingten Pause, dass alle Chormitglieder wieder gemeinsam singen konnten. Das Stück, das Chorleiter Andrey Telegin als Eröffnungsnummer ausgewählt hatte, hätte kaum passender sein können, denn natürlich war die Freude unter den Sängerinnen und Sängern groß.
Bedingt durch die Corona-Pandemie konnten die sangesfreudigen Holtorfer drei Monate lang nicht zu gemeinsamen Proben zusammenkommen. Als die wöchentlichen Proben Anfang Juni wieder aufgenommen wurden, wurde der Chor in Sechser-Gruppen aufgeteilt, sodass Telegin mit den einzelnen Gruppen im halbstündigen Wechsel proben konnte. Der Wunsch, vor der anstehenden Sommerpause noch einmal mit allen Chormitgliedern zu proben war groß, doch musste zunächst ein Ort gefunden werden, an dem die aktuellen Corona-Auflagen eingehalten werden konnten. „Wir hatten zunächst den Feuerwehrplatz und den Kirchplatz in Erwägung gezogen“, berichtet Irmgard Hoffmann, Vorsitzende der Chorgemeinschaft St. Antonius.Dann fand sich aber noch ein anderer Ort. Das inaktive Chormitglied Horst Wolfgarten meinte: „Ihr müsst bei mir singen!“ Nach dieser Einladung des Landwirtes hatte die Chorgemeinschaft mit dem Ordnungsamt und dem Gesundheitsamt Kontakt aufgenommen: „Wir haben von beiden Seiten grünes Licht bekommen und der Chorverband NRW hat uns ebenfalls beraten“, berichtet Hoffmann. Ein Hygienekonzept wurde erarbeitet, das sich auf dem großen Platz vor der Scheune Wolfgartens sehr gut umsetzen ließ: Stühle mit 1,5 Meter Abstand zueinander wurden aufgestellt, eine Anwesenheitsliste ausgelegt und wer nicht gerade sang, trug einen Mundschutz. Für die probefreie Zeit hatte Telegin an alle Chormitglieder CDs verteilt, mit denen sie Stücke aus dem Repertoire des Chores zu Hause am PC üben konnten, doch Freude kam bei dieser Übung keine auf, da die Gemeinschaft fehlte, wie mehrere Chormitglieder einstimmig berichteten. „Ein Gottesdienst ohne Singen ist ja auch nicht dasselbe“, sagt Gaby Schiefen. Und nicht nur aus gesellschaftlicher, sondern auch aus gesundheitlicher Perspektive ist das gemeinsame Singen wichtig: „Singen stärkt das Immunsystem“, so Schiefen.Für die Zeit nach der Sommerpause hat Wolfgarten dem Chor angeboten, wieder vor der Scheune zu proben: „Ich bin seit 50 Jahren Freund und Förderer der Chorgemeinschaft und stelle mein Gelände sehr gerne zur Verfügung“, sagt der Landwirt. Wenn alles gut läuft, möchte der Chor unter den jeweils aktuellen Corona-Bedingungen im September ein Konzert unter freiem Himmel geben. Der genaue Termin steht noch nicht fest, anvisiert ist ein kleines Konzert Ende September in Niederholtorf. Neben modernen Stücken der Popgeschichte wie „Loch Lomond“ oder „Bridge Over Troubled Water“ werden dann des Chores auch klassische Werke auf dem Programm stehen. Beethovens „Ode an die Freude“ wird der Chor dann sicherlich wieder singen.

Die Chorgemeinschaft St. Antonius Holtorf 1880 ist ein gemischter Chor mit 46 aktiven Mitgliedern. Zum Repertoire des Chores zählen sowohl geistliche als auch weltliche Musik. Geprobt wird immer montags von 19.00Uhr bis 21.00 Uhr vor der Scheune Wolfgarten.